Lesenswertes

Hier lohnt es sich, zu stöbern.  Neben lesenswerten Texten von und über die Stiftung finden sich unten Buchbesprechungen sowie Leseempfehlungen und Links zu Seiten anderer Organisationen, die Texte zur Bibel bereitstellen. 

 

Luther leicht gemacht, eine Empfehlung zum Reformationsjahr

Im Reformationsjahr 2017 gibt einen wahren Tsunami an Veröffentlichungen zur Reformation und ihren Folgen. Wer aber diese Herausforderung annimmt, der kann viele herausragende und lesenswerte Bücher finden. Solche, die das Fachpublikum ansprechen, solche, die einzelne Aspekte der Reformationsgeschichte herausgreifen und Bücher, die einen allgemeinen Überblick zu Luther und seine Zeit geben. Zu letzteren gehört  "Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller seiner Zeit" von Petra Gerster und Christian Nürnberger. Nürnberger ist ein kritischer Sympatisant des Christentums, der sich mit seinem Buch "Die Bibel. Was man wirklich wissen muss" schon mal einem ähnlichen Thema zugewendet hat. Und Petra Gerster macht sich in TV Dokumentationen immer wieder auf die Suche nach den christlichen Wurzeln des Abendlandes. Erst kürzlich in einem Film zu Luther.

 

In ihrem gemeinsamen Buch gelingt es den Autoren eine journalistische Tugend umzusetzen: komplexe Sachverhalte leicht verständlich zu machen, wobei Klarheit nicht auf Kosten von Differenziertheit geht. Luther leicht gemacht, das schafft das Bauch auf souveräne Weise. Es werden die entscheidenden Stationen und Erkenntnisse aufgerufen und eine Welt beschrieben, die dem Leser eigentlich sehr fremd ist und gerade deshalb einer behutsamen Vermittlung bedarf. Nach der Lektüre des Buches schaut der Leser auf Luthers Zeit und versteht, wie tief sie ihn geprägt hat und wie weit sie gleichzeitig entfernt ist.  

Was nicht zündet, leuchtet nicht ein

Ein Büchlein vom Menschen und seiner Ausgesprochenheit herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Andreas Steffens

 

Dokument einer Freundschaft - Essenz eines Lebenswerkes

 

Dieses Jahr wird der hebräische Dichter Elazar Benyoetz achtzig Jahre alt. Das biblische Alter in Sicht, hat er begonnen, die Essenz seines Werkes in deutscher Sprache in einer Reihe von Schriften zu versammeln. Als Aphoristiker berühmt, ist die philosophische Dimension seines Lebenswerkes weniger bekannt. Sie stand im Zentrum der Freundschaft, die ihn seit ihrer ersten Begegnung im München der 60er Jahre mit dem Philosophen Ulrich Sonne mann (1912-1993) verband.

 

In der Reihe „Die Besonderen Hefte“ erscheint das „Büchlein vom Menschen“, das Benyoetz dem Freund zu dessen achtzigstem Geburtstag widmete, in seiner endgültigen Form, überarbeitet und umfangreich ergänzt durch alle Nachträge, die seitdem entstanden. Es bezeugt nicht nur ein lebenslanges Gespräch zweier bedeutender Autoren; es ist vor allem ein Dokument zweier in der deutschen Geistesgeschichte äußerst seltener Denkformen, und ihrer gegenseitigen Durchdringung: einer literarischen Philosophie und einer philosophierenden Dichtung. Dazu gibt es eine umfassende Einführung in die Lebensthemen Elazar Benyoetz'.

 

In seinem Nachwort stellt der Herausgeber Andreas Steffens, selbst Grenzgänger zwischen Philosophie und Literatur, und produktiver „Erbe“ der Sonnemann‘schen »Menschenwissenschaft«, die wechselseitige Beziehung zwischen Benyoetz' Dichten und Sonnemanns Denken dar. Dabei tritt eine apokryphe literarische Gattung hervor, die Anthropoesie: eine Dichtung, in der die Auskunft über das Menschsein, die alle Literatur enthält, zum Thema einer erfahrungsgesättigten Gedanken-Dichtung wird.

 

Die Besonderen Hefte, Heftbroschur mit Schutzumschlag, 120 Seiten, 2016, handgeheftet, EUR 10.50

ISBN 978-3-943940-23-7

Ein biblischer Impuls zum Katholikentag in Leipzig

Ein biblischer Impuls
Auf dem Katholikentag 2016 in Leipzig hat die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Bibel und Kultur eine biblischen Impuls gegeben. Hier finden Sie das Manuskript.
2016 05 27 Schavan Biblischer Impuls.pdf
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Mosaik der Fremde

Ein Essay von Rafik Schami aus dem April 2016.
Zuerst erschienen im Kölner Stadtanzeiger. Hier mit Genehmigung des Autors zum Download.
Mosaik der Fremde vom2.4.2016.pdf
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Wo liegt der Westen?

eine Buchbesprechung aus dem Dezember 2015

 

Das Buch „Schwankender Westen“ des ehemaligen Verfassungsrichter Udo Di Fabio ist eine seismographische Anzeige. Ein kurzer Blick auf die politische Situation bestätigt den Eindruck, dass der Boden, auf dem die westlichen Gesellschaften stehen, nicht mehr fest ist und Risse bekommt. Demokratische Errungenschaften stehen in Ungarn und Polen auf dem Spiel, Europa scheitert an einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik, die Griechenlandkrise ist zur Krise der EU geworden. Schließlich stellt der Islamismus den Westen vor eine große Herausforderung.

Aber was ist der Westen überhaupt, und wenn es ihn gibt, wo liegt er und was macht ihn aus? Der Westen, so Di Fabio, ist keine geographische Bestimmung, sondern ist das „Synonym für Menschen- und Grundrechte, für das allgemeine Prinzip individueller Selbstbestimmung, konsequent fortgeführt in Vereinigungen (Ehe, Familie, Vereine, Parteien …) und Institutionen wie Demokratie, Rechtsstaat und Markwirtschaft, in Europa überwiegend als soziale Marktwirtschaft.“ Dieses lebendige Zusammenspiel von persönlicher Freiheit und gemeinschaftlicher Verpflichtung hat für Di Fabio ihren Ursprung im Humanismus der Renaissance. Hier liegt die „eigentliche Geburtsstunde der westlichen Neuzeit“. Udo Di Fabio stellt die programatische Schrift „Über die Würde des Menschen“ von Pico della Mirandola in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Die Menschen werden dort aufgefordert, „nach dem Höchsten zu verlangen und uns mit ganzer Kraft bemühen es zu erreichen - denn wir können es, wenn wir wollen.“ Ein durch und durch positives Menschenbild, das sich hier zeigt. Gerade weil der Mensch von Gott geschaffen ist – wie es in der Bibel heißt gottesebenbildlich – soll er sich dessen als würdig erweisen. Der Mensch wird aufgefordert, sich zu entfalten, seine Möglichkeiten zu entwickeln und die Welt zu entdecken.

In den folgenden Jahrhunderten wird das Vertrauen in die Fähigkeiten des Menschen nicht verloren gehen, aber diese positive Sicht auf den Menschen wird von der christlichen Grundlage weitgehend entkoppelt. Das ursprüngliche Prinzip von Würde und Freiheit des einzelnen bleibt bestimmend für die weitere Entwicklung des Westens. Udo Di Fabio trägt diese Matrix in die aktuellen Diskussionen um die Verbindlichkeit von Recht, um die Geltung der sozialen Markwirtschaft und des Projekts Europa, aber auch in die  Auseinandersetzung mit dem Islamismus ein. „ Fragmentierung im Inneren, die Abhängigkeit von weltwirtschaftlichen Vernetzungen… , die Zunahme von globalen Wanderungsbewegungen, die Verstärkung antiwestlicher Machtkonstellationen und die Erosion des institutionellen Grundgerüsts westlicher Identität greifen ineinander und verlangen gebieterisch nach einer neuen Erschließung westlicher Kraftquellen.“

Mit seinem Buch schärft Udo Di Fabio das Bewusstsein für das, was für den Westen auf dem Spiel steht: die eigenen Grundlagen, die entweder schleichend verloren gehen oder zur Erneuerung des westlichen Gesellschaftsmodells betragen können. „Schwankender Westen“ ist ein konservatives Buch, das gleichzeitig in die Zukunft weist. 

Udo Di Fabio, Schwankender Westen – Wie sich ein Gesellschaftsmodell neu erfinden muss, München 2015.

Persönlich und politisch  

eine Buchbesprechung aus dem November 2015

 

"Funkenflug - Glaube neu entfacht", so heißt das soeben erschienene Buch von Heinrich Bedford-Strohm. Autor ist der Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und ein profilierter Sozialethiker. Doch wer theoretische Begründungen und Auseinandersetzungen erwartet, der ist wird enttäuscht. Das Buch ist einfach geschrieben, wie eine gute Predigt. Und tatsächlich sind immer wieder Auszüge aus Predigten zu finden und der persönliche Glaubenshintergrund, das was Bedford-Strohm als Christ trägt und beeindruckt, ist wird ebenso thematisiert. Es ist ein sehr persönliches und gleichzeitig stark politisches Buch. Denn was bedeutet die Freiheit eines Christen in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung? Der Autor gibt eine klare Antwort:"Wer fromm ist, muss auch politisch sein." Als Christ, der sich als kritischer Konsument für eine gerechtere Welt einsetzt, als Christ, der sich für die Flüchtlinge engagiert, oder als Christ, der mit dem eigenen Handeln und der Unterstützung einer ökologischen Politik die Schöpfung bewahrt. Müssen wir von Mord und Missbrauch bedrohte Menschen nicht  mit Waffengewalt schützen? Auch solche friedensethischen Fragen greift Bedford-Strohm als Beispiel auf, wenn es um den Schutz vor den Kämpfern des sogenannten IS Staates geht.

Das Buch Funkenflug ist ein frommes und zugleich sehr politisches Buch. Christlicher Glaube heißt, sich einzumischen und gesellschaftlich zu engagieren. Dazu ermutigt dieses Buch.  Wer wissen will, wie Christsein heute aussehen kann, der sollte dieses Buch lesen.

 

Heinrich Bedford-Strohm, Funkenflug - Glaube neu entfacht, Oktober 2015.

Meditation über Bibel und Kultur 

von Landesbischof i.R. Prof. D. Eduard Lohse,  Gründungsmitglied der Stiftung

Prof.Dr.Lohse über Bibel und Kultur
S12-15 Lohse Meditation.pdf
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Preisverleihung von Rafik Schami 

am 4.Juni 2015

Laudatio Rafik Schami
Text der Ansprache von Michael Köhlmeier
Laudatio Rafik Schami BuKS 2015.pdf
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Texte zur Bibel

Inhalte zu Glauben und Religion

Texte zur Stiftung

Die Satzung der Stiftung Bibel und Kultur
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Die Stiftung und ihre Preisträger 1988 bis 2000, Dokumentation
Doku Die Stiftung und ihre Preistraeger [...]
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